Der Maschinenprototyp wird nächstes Jahr erscheinen, jedoch ohne Memristoren



Ein Prototyp des futuristischen HP-Computers namens The Machine wird 2016 für Partner verfügbar sein, damit diese die Software darauf testen können. Ein Rack mit 2.500 CPU-Kernen und 320 Terabyte RAM erhalten die Partner zu Beginn, sagte Martin Fink, CTO von HP Labs, auf der HP Discover-Konferenz in dieser Woche. Dies ist 20-mal mehr als auf dem leistungsstärksten Server.

HP will den Markt für Informationstechnologie revolutionieren. Ein Projekt namens The Machine ist ein Versuch, eine neue Computerarchitektur mit einem neuen Betriebssystem und einem neuen Typ von Memristor-RAM zu entwickeln, die die Einschränkungen des modernen DRAM- und Flash-Speichers nicht aufweisen und extrem hohe Datenübertragungsgeschwindigkeiten beinhalten.

Bei der Architektur werden Memristoren als RAM-Zellen verwendet. Ein Memristor ist ein passives Element in der Mikroelektronik, das seinen Widerstand in Abhängigkeit von der durch ihn fließenden Ladung ändern kann (in seiner aktuellen Form besteht er aus Tantaloxid). Theoretisch kann es Transistoren in der Mikroelektronik ersetzen, sollte geräumiger und schneller sein als moderner Flash-Speicher und DRAM. Der Memristor „merkt“ sich die vorbeiziehende Ladung und speichert so Informationen, auch wenn das Gerät ausgeschaltet ist. Dadurch wird die PC-Architektur kompakter, indem unnötige Komponenten weggelassen werden. Die Speicherinformationsdichte auf Memristoren ist so viel höher als bei vorhandenen Technologien, dass laut HP Labs das Datenvolumen eines modernen Rechenzentrums in mehreren Server-Racks gespeichert werden kann.

Zusätzlich zu Memristoren sieht das Machine-Projekt die Verwendung eines Datenbusses unter Verwendung von Siliziumphotonik-Technologien vor, dh das Signal wird von einem Laser und nicht über Kupferkontakte übertragen.

Memristoren werden sowohl als RAM als auch als Datenspeicher verwendet, was die Geschwindigkeit des Datenaustauschs mit der CPU erheblich erhöht.

Über das Betriebssystem der Maschine ist noch wenig bekannt. Nur dass es Open Source sein wird und die Vorteile neuer Hardware maximieren sollte. Ein separates Entwicklungsteam bei HP Labs arbeitet an der Erstellung einer Linux-Distribution für dieselben Zwecke. Eine andere Gruppe erstellt eine Android-Version.

Dieser Prototyp, der nächstes Jahr veröffentlicht werden soll, funktioniert jedoch nicht mit Memristoren, sondern mit gewöhnlichem DRAM, da die fortschrittliche Speichertechnologie noch nicht für den kommerziellen Einsatz bereit ist. Die Entwicklung dieser Technologie dauert noch einige Jahre.

Trotzdem wird die experimentelle Version von The Machine im nächsten Jahr ein ziemlich einzigartiges Beispiel für Technologie sein: Ingenieure versprechen, dass der darin enthaltene RAM auf einem optischen Bus mit einer Geschwindigkeit von 1,2 TB / s funktioniert.

„Die Maschine funktioniert, weil sich der Speicher im Zentrum der Berechnung befindet und die Prozessoren ihn umgeben“, erklärt Fink. Er schlägt sogar vor, den Namen einer solchen Architektur zu ändern: Memory Driven Computing.

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